|
|
Unser Schlittelhügel
soll überbaut werden! (9.7.2003)
Am
9. Juli 2003 lud der Dorfverein Gattikon die Einwohnerinnen
und Einwohner von Gattikon und Thalwil zu einer Informationsveranstaltung
anlässlich der aktuell geplanten Teilrevision der Bau-
und Zonenordnung ein.
(18 kB)
|
Unser Schlittelhügel soll überbaut
werden!
9. Juli 2003
Am 9. Juli 2003 lud der Dorfverein Gattikon die Einwohnerinnen
und Einwohner von Gattikon und Thalwil zu einer Informationsveranstaltung
anlässlich der aktuell geplanten Teilrevision der Bau- und
Zonenordnung ein. Das Hauptanliegen betraf den Schlittelhügel
in der Freihaltezone neben dem Schulhaus Schweikrüti, der
neu in die Bauzone überführt werden soll.
Mit einigen einleitenden Worten eröffnete
der Präsident Martin Pfenniger die Informationsveranstaltung.
Er zeigte anhand von Ortsplänen und Fotos, welche Teile des
"Schlittelhügels" von der Umzonung betroffen sind.
Es handelt sich dabei um gut 10'000 m² Land, das zur Zeit
grösstenteils vom gemeindeeigenen Bauern mit Futtermais bepflanzt
ist. Nicht zum ersten Mal schlägt der Gemeinderat vor, diesen
grünen Hügel am Waldrand zum Naherholungsgebiet Sihlwald
zu überbauen. Letztmals hatte die Thalwiler und Gattiker
Bevölkerung im Jahre 1993 die Einzonung erneut abgelehnt.
Der Bauvorstand Hans Möhr erläuterte den Anwesenden,
dass im Zuge der regelmässigen Überprüfung und
Anpassung der bestehenden Bau- und Zonenordnung an die gewandelten
Bedürfnisse nun auch das Land am Schlittelhügel derart
attraktiv sei, dass es eingezont werden soll. Das Land gehört
der Gemeinde Thalwil. Auf dem Gemeindegebiet Gattikon sind das
Areal "Weiherhaus" und das Land vor dem bestehenden
Schulhaus Schweikrüti noch ungenutztes Bauland. Trotzdem
soll die zusammenhängende Grünfläche für die
Überbauung mit 20 bis 30 einfachen und lichtdurchfluteten
Wohneinheiten freigegeben werden (Wohnzone W2).
Zusammen mit einer Gestaltungsplanpflicht
wird das entweder die Bebauung mit mehreren Ein- oder Zweifamilienhäusern
oder mit 2 bis 3 grösseren Häuserkomplexen bedeuten.
Die Motive der Baukommission, die der Gemeinderat so akzeptiert
hat, sind vorab das Bedürfnis nach preisgünstigem Wohnraum
innerhalb Thalwil und damit einer guten Durchmischung der Bevölkerungsstruktur
in der Gemeinde. Der Schlittelhügel würde sich diesbezüglich
für die Überbauung mit preisgünstigen Wohneinheiten
vor allem für junge Familien eignen. Es werde auch nicht
der Hügel selbst, sondern nur der Fuss des Hügels bebaut.
So würde zum Beispiel der Aussichtspunkt oben am Waldrand
belassen.
Die den Ausführungen von Bauvorstand
Möhr folgende Diskussion kritisierte zum Teil in hitzigen
und emotionalen Voten das Motiv des "preisgünstigen
Wohnraumes". Angesichts der aktuellen Bodenpreise im Raume
Thalwil sei es undenkbar, wirklich preisgünstigen Wohnraum
zu schaffen, der dann auch tatsächlich von jungen Familien
genutzt werde. Es wurde auch vorgebracht, dass die Lärmemissionen
des Schulhauses zu anhaltendem Konfliktstoff mit den zukünftigen
Nachbarn werden würde. Auch müsse dem Schulhaus, das
bereits heute eher klein bemessen sei, Raum zum Wachsen belassen
werden. Schliesslich wurde überwiegend darauf hingewiesen,
dass es vor allem in Hinblick auf die folgenden Generationen kaum
sinnvoll sei, den einzigartigen zusammenhängenden Grüngürtel
zu überbauen, solange die Gemeindefinanzen noch keinen prekären
Tiefstand aufweisen und in Gattikon zur Zeit rund 30 Eigentumswohnungen
und zwei Einfamilienhäuser mangels Kaufinteressenten freistünden.
Einmal überbaut, sei diese grüne Oase unwiederbringlich
verloren.
Der Dorfvereinspräsident schloss die
Diskussion mit dem Hinweis, dass der Vorstand des DVG zuhanden
des Gemeinderates fristgerecht Antrag gegen die geplante Einzonung
stellen werde. Bauvorstand Hans Möhr und der Dorfvereinspräsident
forderten abschliessend alle Interessierten und Engagierten auf,
an der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2003 (Budgetversammlung)
zahlreich zu erscheinen und die jeweiligen Ansichten während
der Versammlung und durch jede Stimme gewichtig zu vertreten.
Simone Küttel
Planunterlage Einzonung Schweikrüti:
(243 kB)

Der "Gattiker Schlittelhügel"
siehe auch:
01.12.2003:
Der Schlittelhügel bleibt uns erhalten!
28.07.2003: Schlittelwiese
und Grüngebiet nicht verbauen!
|