Dorfverein Gattikon

 

 

Startseite

Unser Verein

Gattikon

 

 

Gattikoner Stamm (15.9.2005)
 

Am 21. Mai dieses Jahres wurde im Naturzentrum Sihlwald die Biber- und Fischotteranlage eröffnet. Vier Monate später konnte die Präsidentin des DVG, Simone Küttel, bei strahlendem Wetter gegen 30 Personen bei der Anlage im Sihlwald begrüssen.
Flugblatt (66 kB)


Gattikoner Stamm
 
15. September 2005
 
Führung durch die Biber- und Fischotteranlage des Naturzentrums Sihlwald
 
Am 21. Mai dieses Jahres wurde im Naturzentrum Sihlwald die Biber- und Fischotteranlage eröffnet. Vier Monate später konnte die Präsidentin des DVG, Simone Küttel, bei strahlendem Wetter gegen 30 Personen bei der Anlage im Sihlwald begrüssen.

Andreas Reifler, der Betriebsleiter vom Wildpark Langenberg, führte die Gruppe durch die Anlage und gab spannende Informationen zu Problemen, Schwierigkeiten und ersten Erfolgen von der Suche nach geeigneten Tieren bis zum Betrieb der Anlage. Herzlichen Dank dafür!

Noch gegenwärtig ist die Erinnerung an das Hochwasser der Sihl vor wenigen Wochen. Die neue Anlage hat das Ereignis unbeschadet überstanden, ein Beweis für die weitsichtige Planung der Anlage. Zwar stieg das Wasser so hoch, dass ein zusätzliches Netz angebracht werden musste, um das Entweichen der Fischotter zu verhindern — da, wo üblicherweise die Besucher stehen, stieg das Wasser bis unter den Abschluss des Brückengeländers. Fischotter entwichen nicht, dafür fanden Fische aus der Sihl den Weg in die Fischotteranlage — sie haben einen gefährlichen Ort gewählt, sie stehen nun auf dem Speisezettel der wendigen Otter.

Im Frühjahr sind vier Fischotter aus dem Wildpark Schorfheide nördlich von Berlin nach dem Sihlwald gebracht worden. Im Gegensatz zu wildlebenden Tieren, die eher Einzelgänger sind, sind sich diese Otter an ein Leben im Familienverband gewöhnt. Daher sind sie für eine Haltung im Gehege und auch zur Beobachtung besser geeignet.
Ihre neue Heimat befindet sich im unteren Teil der Anlage, durch den Sickerdamm wird es ständig mit frischem Sihlwasser gespeist und ist durch den Abfluss direkt mit der Sihl verbunden. Von der für die Zuschauer erbauten Plattform ist die dreiteilige Anlage gut einzusehen und die auch am Tag aktiven Fischotter zu beobachten. Die Tiere scheinen sich schon gut eingelebt zu haben und zeigen keine Scheu vor den Besuchern, elegant und flink ziehen sie ihre Runden im Wasser und fressen gefangene oder gefundene Beute auf einem der Inselchen im Teich. Das Füttern der Tiere ist übrigens nicht einfach — einerseits will man die Tiere nicht an einen Futter bringenden Wärter gewöhnen, andererseits kann das Futter nicht einfach im Gehege verteilt werden, da, wie es sich schnell gezeigt hat, einheimische Raubvögel oder Fischreiher diese leichte Beute sehr schnell entdecken und wegtragen. Nun werden in einer Versuchsphase Futterautomaten getestet, die das Futter in nur für Otter zugängliche Röhren fallen lassen.

Die Fischotter kann man auch von einem unterirdisch angelegten Raum aus betrachten, durch eine Glaswand sieht man das Gehege über und unter Wasser, mit etwas Glück schwimmt ein Fischotter auch unmittelbar vor der Nase des Betrachters vorbei! Eine Seitenwand wird durch ein grosszügig angelegtes Aquarium gebildet, hier schwimmen Fische und lassen uns erstaunen, welche Vielfalt und Grösse diese ausschliesslich aus der Sihl stammenden Bewohner erreichen!

Im oberen Teil sind die Biber zuhause. Der hier munter sprudelnde Bach erhält sein Wasser durch eine Pumpe, die dies aus dem unteren Anlageteil hochpumpt. Aus Spargründen ist die Pumpe jeweils nachts abgestellt worden. Dies scheint der Grund zu sein, dass die Biber keinen Anlass sahen, einen Damm zu bauen. Erst seit kurzer Zeit läuft der Bach Tag und Nacht und tatsächlich begannen die Wasserbaumeister, ihren ersten Damm zu bauen. Tags zuvor war eine Infrarot-Kamera installiert worden, um das Treiben der nachtaktiven Biber beobachten zu können — war es wohl Absicht der Tiere, dass sie den Damm 'heimlich' ausserhalb des Sichtfeldes der Kamera zu bauen begannen? Doch immerhin, ihr nächtliches Wirken ist sichtbar, auch wenn sich während der Führung für den Dorfverein keiner der vier Biber zeigen wollte — sie zogen es vor, in einem ihrer nur unter Wasser erreichbaren Baue bis zur eintretenden Dunkelheit zu warten.
.
 

Werner H. Schoch