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Gattikoner Stamm (2.6.2004)
 

Im Sihlwald tut sich was, vor allem auf dem Gemeindegebiet von Thalwil/ Gattikon. So wurde der in den 70-er Jahren zugeschüttete alte Fabrikkanal abschnittsweise wieder freigelegt und im Sinne des kommunalen Landschafts-entwicklungskonzeptes (LEK) revitalisiert.
 

Flugblatt (17 kB)


Gattikoner Stamm
 
2. Juni 2004
 
Im Sihlwald tut sich was, vor allem auf dem Gemeindegebiet von Thalwil/Gattikon. So wurde der in den 70-er Jahren zugeschüttete alte Fabrikkanal abschnittsweise wieder freigelegt und im Sinne des kommunalen Landschaftsentwicklungskonzeptes (LEK) revitalisiert.
Ferner erfuhr der Wald am steilen Sihlhang oberhalb des Kanals eine markante Auslichtung. Warum dies, fragten sich da wohl nicht wenige der Spazierenden und Waldbenutzerinnen und -benutzer, welche diese Gebiete im Verlaufe der Arbeiten besuchten. Um diese Fragen zu klären und den Zusammenhang mit dem LEK aufzuzeigen, lud der Dorfverein Gattikon zusammen mit Bauvorstand Hans Möhr alle Interessierten zu einer Begehung der betroffenen Gebiete in der Geissau und im Rütiboden ein.

Am Mittwoch, 2. Juni 2004, versammelten sich abends eine stattliche Zahl Interessierter, unter ihnen auch Vertreter des Gemeinderates Thalwil, der Baukommission, der ehemaligen LEK-Kommission und des Natur- und Vogelschutzvereines Thalwil, um den Ausführungen und Erklärungen der verschiedenen Referenten zuzuhören.

Einleitend erläuterte Bauvorstand Hans Möhr einzelne Aspekte des LEK, präsentierte das Teilkonzept Geissau / Rütiboden / Sihlhang und ging dabei vor allem auf die Massnahmen "Aufwertung des ehemaligen Fabrikkanals" und "Entwicklung Lichter Wald Sihlhang" ein.

Hans Schoch, Projektleiter Fabrikkanal, und die Biologin Isabelle Flöss informierten über die Arbeiten am Fabrikkanal. Sie zeigten auf, wie eine ehemalige Industrieanlage zu einem naturschützerisch wertvollen Objekt entwickelt werden konnte und wie hier der Bevölkerung in idealer Weise Naturschutzaspekte und Naturerlebnisse vermittelt werden können. Indem sie auf Zielarten aus Fauna und Flora hinwiesen, motivierten sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschickt, das Gebiet in den verschiedenen Jahreszeiten zu besuchen und die Entwicklung dieses Lebensraumes selber zu verfolgen.

Eugen Carisch, Revierförster, führte die Gruppe dann quer durch den neu entstandenen lichten Waldabschnitt hoch zum Pumpispitz am Waldrand auf der Höhe des Steilhanges. Er stellte den Lichten Wald als Waldbiotop vor und erklärte unterwegs die einzelnen Ausführungsschritte mit deren Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt. Eindrücklich waren insbesondere die Hinweise auf die Arbeitsmethode, konnten doch die Teilnehmenden am eigenen Leib erfahren, wie schwierig es ist, im steilen Gelände vorwärts zu kommen - ganz zu schweigen vom Ausführen gefährlicher Ausforstungsarbeiten in nasskalten Winterwochen.

Weil der Regen bereits Tage zuvor alles gründlich durchnässt hatte und auch während des Rundgangs kein Erbarmen mit den trotzig ausharrenden Zuhörenden zeigte, gestaltete sich der Aufstieg durch den Lichten Wald als richtiges Erlebnis: Mit tatkräftiger Unterstützung von helfenden Männerhänden und dem Einsatz von Schirmen als Stützen und Bäumen als Haltegriffen gelangten alle nach oben und konnten den Lichten Wald als Mosaik von sehr lichten wie ebenso von schattigen Stellen persönlich erleben. Eugen Carisch wies hier auf die Krautschicht, dort auf stehendes Totholz, auf Asthaufen oder steinige Partien hin und verdeutlichte so den Begriff Strukturvielfalt. Indem er eine längere Liste von möglichen tierischen wie pflanzlichen Bewohner nannte, gab er den Teilnehmenden eine Vorstellung dieses überaus reichen und wertvollen Lebensraumes.

Schliesslich wieder auf dem breiten Waldweg am Pumpispitz angekommen, beschloss die Gruppe angesichts des anhaltend starken Regens, geradewegs Richtung Schulhaus Schweikrüti weiterzugehen, um dort im Trockenen weitere Informationen zum Lichten Wald zu erhalten.

Während des anschliessenden Apéros, welcher der Dorfverein Gattikon offerierte, ermöglichten Informations-Stellwände den Gästen, das Wissen über Lichte Wälder abzurunden.

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