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Die Stimme von «ennet
dem Berg» (27.11.2003)
In Thalwil ist nicht nur
viel Verbindendes, sondern auch Trennendes zu erkennen.
So trennt beispielsweise die Zimmerbergkette den Ortskern
Thalwil unerbittlich vom Ortsteil Gattikon. Dass die Gattiker
aber nicht einfach «hinter dem Berg» versauern,
dafür sorgt der umtriebige Dorfverein Gattikon. Er
nimmt eine Vielzahl von Funktionen wahr.
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Die Stimme von «ennet dem Berg»
27. November 2003
In Thalwil ist nicht nur viel
Verbindendes, sondern auch Trennendes zu erkennen. So trennt beispielsweise
die Zimmerbergkette den Ortskern Thalwil unerbittlich vom Ortsteil
Gattikon. Dass die Gattiker aber nicht einfach «hinter dem
Berg» versauern, dafür sorgt der umtriebige Dorfverein
Gattikon. Er nimmt eine Vielzahl von Funktionen wahr.
Der Dorfverein Gattikon DVG ist das Sprachrohr eines ganzen
Ortsteils
Von den rund 16000 Einwohnern
Thalwils leben 2600 quasi «hinter dem Berg», also nicht
auf der Seeseite der Zimmerbergkette, sondern gegen das Sihltal
hin in Gattikon.
Während vor über 100 Jahren Gattikon noch ein ruhiges,
abgeschiedenes Bauerndorf mit neun Höfen war, hat die stürmische
Bau- und Verkehrsentwicklung mittlerweile dazu geführt, dass
Gattikon und Thalwil über den Zimmerberg hinweg beinahe verschmelzen.
Nur gerade noch die Autobahn und etwas Wald trennen Gattiker und
Thalwiler voneinander. In Zeiten der Mobilität also fast
nichts mehr.
130-jährige Tradition
Schon früh war aber eine Gattiker Identität spürbar.
Bereits 1873 wurde eine Lesegesellschaft Gattikon gegründet,
aus der 1959 der Dorfverein Gattikon hervorging. Dieser nimmt
die Interessen der Wohnbevölkerung aus Gattikon wahr und
ist bestrebt, das Lebensgefühl und die Dorfgemeinschaft der
Gattiker in vielerlei Hinsicht zu fördern und zu stärken.
Der Verein mit seinen 360 Mitgliedern
ist politisch neutral und wird derzeit von sieben Vorstandsmitgliedern
und einem Schnuppermitglied geleitet, die allesamt in Gattikon
wohnen müssen. Der Dorfverein Gattikon tritt zudem gegenüber
den Thalwiler Behörden als Interessenvertreter des Dorfteils
Gattikon auf und entsendet Vertreter in Kommissionen und den Gemeinderat.
Das Besondere dabei: Der Dorfverein delegiert getreu seinen Statuten
nur Parteilose in politische Gremien. Derzeitiger Vertreter Gattikons
im Gemeinderat ist der Sozialvorstand Hans Langenegger.
Vielfältige Aktivitäten
Um eine lebendige Dorfgemeinschaft zu pflegen, ist der Dorfverein
Gattikon aber vor allem kulturell vielseitig tätig. In regelmässigen
Abständen wird die Bevölkerung zum «Gattikoner
Stamm» gerufen, an dem in gemütlichem Rahmen über
politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen informiert
und diskutiert wird. In diesen Stämmen lebt das Bild der
früheren Schicksalsgemeinschaft wieder auf, in der es üblich
war, Probleme in grosser Runde gemeinsam anzupacken.
Aber es wird nicht nur nachgedacht
und diskutiert im Dorfverein Gattikon, auch Erholung und Entspannung
und die Treffen unter Freunden haben ihren Platz im Jahreskalender.
Der Auffahrtsbummel ist aus Gattikon ebenso wenig wegzudenken,
wie das Samichlaus-Treffen am Waldweiher, der Spielzeug-Flohmarkt
im Sommer oder der Räbeliechtli-Umzug Anfang November.
Den Auftakt zum Jahresprogramm
bildet aber immer der Neujahrsapéro, bei dem die Bevölkerung
in geselliger Gemeinschaft die Gelegenheit hat, die Nachbarn und
das neue Jahr willkommen zu heissen.
Aktiver Vorstand
Derzeit wird der Verein von Martin
Pfenninger geleitet. Mit seinen sechs Vorstandskolleginnen und
-kollegen engagiert er sich, in Gattikon weiterhin aktive Gesellschaftsarbeit
zu leisten. Alle Neuzuzüger werden persönlich angeschrieben,
damit der Verein auch weiterhin auf einen möglichst grossen
Mitgliederbestand bauen kann.
Und damit im Vorstand gelegentlich das eine oder andere Mitglied
etwas kürzer treten kann, werden auch immer Personen gesucht,
die sich vertieft mit dem Leben in Gattikon auseinandersetzen
wollen.
Um die Gattiker jederzeit wissen zu lassen, was in ihrem Ortsteil
los ist, informiert der Dorfverein Gattikon immer wieder mit Infoblättern.
Daneben ist der Verein aber auch im Internet präsent.
Der Verein informiert aber natürlich
nicht nur über die eigenen Aktivitäten, sondern führt
in seinem Jahresprogramm auch die vielen Veranstaltungen in Thalwil
selbst auf. Schliesslich sind Gattiker immer auch Thalwiler und
wollen sich keineswegs von Thalwil abspalten.
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Das waren die Referenten am letzten Gattikoner Stamm: Reto
Stampfli, Hans Langenegger und Enrico Caruso (v.l.n.r.). Charles
Dössegger
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Informativer Stamm
Am letzten Gattikoner Stamm
konnten sich die Interessierten im Gemeinschaftsraum Obstgarten
aus erster Hand über anstehende Thalwiler Projekte informieren
lassen. Gemeinderat Hans Langenegger und Projektmanager Enrico
Caruso gaben Einblick in die Vorlage zum Alterszentrum Thalwil,
über das am 30. November abgestimmt werden kann. Sie machten
eine regelrechte Auslegeordnung über die Entwicklung des
Projekts und seine überarbeiteten Dimensionen. Anhand diverser
Pläne und Zahlentabellen erläuterten die beiden, über
welche Infrastruktur die nächste Generation von alten und
teils pflegebedürftigen Thalwilern im Falle eines zustimmenden
Abstimmungsresultats verfügen kann.
Aber auch zur ausserfamiliären Kinderbetreuung nahm Hans
Langenegger detailliert Stellung. Zu dieser Vorlage können
die Thalwilerinnen und Thalwiler an der Budget-Gemeindeversammlung
Stellung nehmen.
Nach so viel Politik machte Reto Stampfli mit seinen Ausführungen
zum Turnfest Zimmerberg 2004 schliesslich den Abschluss des Abends
mit Sport. Er gab Auskunft zu den Planungsarbeiten für den
wohl bisher grössten Sportanlass in Thalwil, der im Sommer
2004 einige Tausend behinderte und nichtbehinderte Sportlerinnen
und Sportler nach Thalwil strömen lässt.
Der Artikel erschien im Thalwiler Anzeiger
vom 22. November 2003, Autor: Charles Dössegger.
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